Donnerstag, 10. Oktober 2019

Samos Stadt und Vathy

Mittwoch, 09. Oktober 2019

Um 8 Uhr klingelte der Wecker, ein griechisches Frühstück gab's um 9 und um 10 kam die Dame von Speedy, der Verleihfirma, um uns unseren Mietwagen zu bringen. Leider können wir den bestellten Suzuki Jimny erst übermorgen bekommen, müssen solange mit einem Dacia Sandero Stepway vorlieb nehmen, kriegen den Jimny dafür aber einen zusätzlichen Tag gratis. Good deal!


Wie sich später herausstellen sollte, haben wir uns für den ersten Tag doch zuviel vorgenommen. Der Besuch von Samos Stadt war vollkommen genug für einen Menschentag. So haben wir uns am Ende auch dazu entschlossen, die geplante Weiterfahrt nach Kokkari sein zu lassen und daraus einen gesonderten Ausflug zu machen. Aber zurück zu Samos Stadt.

Zunächst haben wir Samos Stadt umfahren und Fotos vom Panorama gemacht. Das Elend des Flüchtlingscamps im Norden mussten wir im Vorbeifahren mit ansehen. Hier hausen - leben kann man das nicht nennen - tausende meist schwarzafrikanische Menschen in provisorisch aufgeschlagen Zelthütten zwischen Bergen aus Müll. Polizeipräsenz scheint hier alltäglich zu sein. Als wir uns dem Gelände näherten, verließen es gerade eine Menge bewaffneter Uniformierte in Richtung eines Polizeibusses.


Ursprünglich war dieses "Camp" für 650 Menschen ausgelegt. Mittlerweile hausen hier über 4000 Flüchtlinge innerhalb und weitere 1500 außerhalb. Wie uns ein Einwohner von Samos später erzählte, kommen TÄGLICH 300 bis 350 neue Flüchtlinge über die Türkei hinzu. Das sind unhaltbare und unsagbar unwürdige Zustände.

Schnell weg hier. Ging zumindest mir durch den Kopf und wir haben einen Abstecher durch die recht engen Straßen der Stadt gemacht, um anschließend den guten Rat der Dame von Alltours, auf keinen Fall mit dem Auto nach Vathy - das ist die älteste Kleinstadt auf Samos und sozusagen die Altstadt von Samos Stadt - zu fahren, zu beherzigen und uns eine Parkplatz außerhalb zu suchen, den wir mit Googles Hilfe auch problemlos gefunden haben.

Der Rest war dann Fußmarsch...



Durch teilweise winzige, manchmal wirklich - wirklich - steile Gässchen, in denen wir durch beherztes Ausweichen in ebenso kleine Hauseingänge den tatsächlich hier fahrenden Autos Platz machen mussten, spazierten wir an teils uralten, teils maroden, aber immer charmanten Fassaden vorbei, begleitet von unzähligen Katzen, die es sich auch auf den zum Teil mit den Gassen ebenerdigen Dächern in der Sonne gut gehen ließen.


Blick von Vathy auf Samos Stadt


Die wohl eigenwilligste Haustür
Nach zwei Frappé in einer winzigen Taverne haben wir uns auf den Weg zurück zum Auto und dann auf den Weg zum Hafen von Samos Stadt gemacht.


Dort nahm dann das Shopping-Elend seinen Lauf. Kleiner Scherz... 


Ein griechischer Seemann, der sich gerne fotografieren lassen mochte.
Am Hafen gibt es einen wirklich großen Parkplatz, der aber bis auf ganz wenige freie Lücken besetzt war. Natürlich kostenlos. Ich glaube, wenn auf Samos jemand versuchen würde, fürs Parken Geld zu nehmen, der könnte gefahrloser eine Bank überfallen. Nachdem wir den Wagen hier abgestellt hatten, haben wir entlang der Promenade zunächst einmal eine Taverne angesteuert, um einen griechischen Salat und eine Gyros Pita als Mittagessen zu bestellen.



Nikola, die auch hier die Moskitos magisch anzieht, hat sich aus der benachbarten Apotheke einen Fenistil Stift geholt, was sich als gute Entscheidung herausgeholt sollte, denn als wir zu Ende gegessen hatten, war die Apotheke bereits geschlossen. Zwischen 14 und 18 Uhr haben hier ganz viele Geschäfte Siesta. Nicht so der kleine Laden in einer ebenso kleinen Nebengasse, der wunderschöne stonewashed Klamotten verkauft, hergestellt von einer kleinen griechischen Firma, die auch nur in Griechenland verkauft und ihre Produkte im Internet nur sehr verhalten ausstellt, um sich vor Produktpiraten zu schützen. Naja , was soll ich sagen, die Sachen sind wirklich ausgesucht schön und wertig und wir haben ein bisschen was mitgenommen. Mit diesen und ein paar anderen Gimmicks bepackt war's auch schon Zeit für die Rückfahrt. Die Weiterfahrt nach Kokkari haben wir uns wie gesagt geschenkt und sind jetzt wieder am Hotel St. Nicholas, um die restlichen Minuten der Abendsonne am Pool zu genießen.

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