Alles hat heute knapp aber wunderbar geklappt. Der Abflug war pünktlich (10:20 Ortszeit), den Zug in Frankfurt haben wir bequem bekommen (13:58) und sogar den Anschlusszug in Osnabrück konnten wir ohne Umsteigehektik besteigen (19:26). Zu Hause waren wir um 20:28 Uhr. Ein wenig erledigt, aber zufrieden und glücklich über die vielen wertvollen und bleibenden Eindrücke.
Mittwoch, 16. Oktober 2019
Tschau Samos
Um 8:30 Uhr sollten wir am Hotel abgeholt werden, um 9:20 Uhr war das Ende der Gepäckaufgabe am Flughafen. 2 Stunden vor dem für 10:20 Uhr angesetzten Abflug sollte man sich am Flughafen einfinden, also um 8:20 Uhr (was ja schonmal nicht geht, wenn man erst um 8:30 abgeholt wird). Als der Bus um 8:50 Uhr noch immer nicht da war, habe ich Christos darauf angesprochen. "Don't worry. Let's wait another 10 minutes. If he isn't there, I'll give him a call. No panic!" - DAS ist typisch griechisch!
Montag, 14. Oktober 2019
Katzenhai und Schwertfisch
Montag, 14. Oktober 2019
[Update 15.10.: Absatz über WLAN hinzugefügt, s.u.]
Pünktlich um halb 10 kam Christos von der Rezeption an unseren Frühstückstisch "Are you waiting for a car?" und machte darauf aufmerksam, dass jemand von Speedy gekommen war, um uns wie versprochen den Jimny für eine weiteren, kostenfreien Tag zu bringen. Unsere geliebte Klapperkiste war zurück!
Als einziges Ziel hatten wir uns heute erneut Pithagorio ausgesucht, weil es hier die frühchristliche Basilika und das Schloss, benannt nach dem griechischen Freiheitskämpfer Lycourgos Logothetes, zu sehen gibt.
Nach der Besichtigung gönnten wir uns noch einen Kaffee und einen griechischen Frappé in der sehr empfehlenswerten Sunrise Bar,
schlenderten zum Pythagorasdenkmal im Hafen
und sind anschließend sehr zu Nikolas Freude durch die Geschäftsstrasse zurück zum Auto geschlufft.
Unterwegs zum Psili Ammos, einem Sandstrand nur etwa 2 km von unserem Hotel entfernt, haben wir den Jimny für 8 Euro betankt und die letzte Fahrt mit heruntergelassenem Verdeck genossen.
![]() |
| Hier sieht man eindrucksvoll, wie knapp diese Tankstelle vor einigen Wochen einer Katastrophe entgangen ist! |
An besagtem Strand gibt es hinter einer Taverne direkt am Wasser einen kostenlosen Parkplatz hinterm Haus. Selbst hier trifft man auf Bauruinen und abgestellte Schrottautos.
Die Taverne selbst hatte allerdings schon geschlossen und bot nur noch Getränke an. Aber eine andere, von der Straße aus nicht zu sehende Taverne hatte geöffnet
und bot ganz vorzügliches Essen an. Guido und Kathrin lagen am Strand und gesellten sich zu uns.
Nikola bestellte sich Dog Fish (Katzenhai), ich habe dann doch lieber Schwertfisch genommen, den ich vor langer Zeit in Sizilien als Spada liebend gerne gegessen hatte und daher wusste, dass er einfach himmlisch schmeckt. Das tat er tatsächlich, sehr gut zubereitet war alles an dem Stück ein Hochgenuss. Aber auch der Katzenhai war wirklich sehr, sehr lecker. Dieses Essen war dann auch etwas ganz anderes als die sättigende Allerlei-Kost des Hotels.
![]() |
| Warten auf den Dog Fish... |
![]() |
| Jede Menge Katzen warten bei jedem Essen darauf, ob nicht doch etwas abfällt. |
Mit einem letzten Gang zum Steinstrand beim Hotel (nur Nikola, ich bevorzuge mal wieder die Hotelbar zum Blogschreiben) wollen wir jetzt unseren Samosurlaub ausklingen lassen. Morgen um 8:30 Uhr werden wir vom Transferservice abgeholt. Der Flieger soll pünktlich um 10:20 Uhr Ortszeit (9:20 Uhr zu Hause) starten.
Eine wirklich sehr schöne und entspannte Woche geht zu Ende. Wir wollen aber im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder nach Samos kommen und dann vornehmlich den Norden erkunden. Als Quartier haben wir uns die Tiki Rooms von Paris in Kampos ausgeguckt - wenn dort zu unserer Wunschzeit noch ein Zimmer frei ist.
Ein paar Worte zu der Gegend (Mykali) und dem Hotel (St. Nicholas):
In fußläufiger Entfernung vom Hotel gibt es außer Strand so gut wie nichts. Wenn man hier Urlaub machen möchte, sollte man auf jeden Fall einen Mietwagen einplanen, der einem aber ans Hotel gebracht wird und der ab etwa 30€ pro Tag zu haben ist. Einen All-Inklusive Urlaub kann man in diesem Hotel durchaus machen, allerdings sollte man dann, was die Qualität des Essens betrifft, etwas toleranter sein. Ich kann nicht sagen, dass es schlecht geschmeckt hat, aber eben auch nicht besonders gut. (Mit Ausnahme des Feta! Einen cremigeren und köstlicheren habe ich noch nicht gegessen!) Man wird bequem satt, genügend Auswahl ist auch gegeben, aber man freut sich nicht auf das Essen. Dafür gibt es umso leckerere Speisen in den umliegenden Tavernen. Zu der oben erwähnten Taverne am Psili Ammos Strand braucht man zu Fuß ungefähr 40 Minuten. Auch das ist für mich ein Grund, zum Mietwagen zu raten. :) Das Personal des Hotels ist durchweg sehr freundlich und hilfsbereit, das Bier vom Fass in der von 10 bis 23 Uhr durchgehend geöffneten Strandbar ist sehr süffig und lecker, ebenso der auf Eis servierte Ouzo. Die Zimmer sind etwas älter, aber sehr gepflegt. Allerdings sind die Räume sehr hellhörig, vor allem, wenn die Terrassentür wegen der Wärme nicht geschlossen werden kann und wenn dann auch noch der Hausmeister morgens um 8 anfängt, den Poolrasen zu mähen. Das war's dann mit der Nachtruhe. Aber da es eh nur bis halb zehn Frühstück gibt, kann man da durchaus mal ein Auge zudrücken. Einige der Mitreisenden sehen das etwas anders und würden hier nicht wieder Urlaub machen. Ich kann mich gewissen Kritikpunkten zwar durchaus anschließen, sehe das aber insgesamt entspannt. Auch dass die Dusche meist nur kaltes bis lauwarmes Wasser ausspuckt, ist dank der griechischen Wärme zu verschmerzen.
Wer im St. Nicholas eincheckt und Wert auf eine halbwegs funktionierende Internetverbindung legt, sollte genügend Datenvolumen mitbringen, denn das angebotene WLAN ist unbrauchbar. Ein sehr geringer Downstream wäre vielleicht noch zu ertragen, aber ein praktisch nicht existenter Upstream macht das Arbeiten unmöglich. Über Mobilfunk lassen sich Datenraten von 4-5 Mbit/s (down) und 4-6 Mbit/s (up) erzielen. Nicht gerade Highspeed, aber damit kann man leben.
Alles in allem kann ich aber sagen, dass ein echtes Ausschlusskriterium für mich nicht dabei ist. Uns hat es gut gefallen!
Sonntag, 13. Oktober 2019
Am, im und auf dem Meer
Sonntag, 13. Oktober 2019
Pünktlich um 7:30 Uhr waren wir (genauer:ich) die ersten beim Frühstück, da wir um 8:10 Uhr beim Hotel abgeholt wurden. Mit dem Bus wurden wir nach Pithagorio zum Hafen gebracht, von wo aus es mit "Captain Andreas" und seiner Georgios auf eine Ganztags-Barbecue-Tour ging.
Kurz nach Abfahrt aus dem Hafen wurde uns wahlweise süßer Samoswein oder "Orangejuice" kredenzt, gefolgt von einem leckeren Obstteller, zimtbestreute Apfelstücke und Orangenschnitze.
Die Fahrt ging entlang der Südküste von Samos. Unglaublich beeindruckende Felsreliefs ragen hier ins Meer. Ich spare mir weitere Beschreibungen, die Bilder mögen für sich sprechen.
Um 10 vor 11 ankerte die Georgios vor der kleinen Insel Samiopoula, auf der wir eine Stunde Zeit hatten, um an dem märchenhaft schönen Strand zu entspannen und zu baden.
Auf Samiopoula lebt ein griechischer Hirte, um zu verhindern, dass sich unser aller Freund Erdogan dieser Insel bemächtigt. Das könnte er mit einem unbewohnten Eiland gemäß uralten Seerechts nämlich tun, wenn er dort einen Türken ansässig macht. Klingt komisch, ist aber so.
Die weitere Fahrt führte uns zu einer kleinen Bucht, die ausschließlich vom Meer her zugänglich ist und Captain Andreas gehört. Hier bereiten er und seiner Familie das BBQ zu und stellen den Gästen Sonnenliegen und Sonnenschirme bereit. Bevor man an dieser Stelle das Schiff verlassen kann, mussten Andreas und sein fleißiger Neffe erst den Steg aufbauen. Es existiert hier lediglich ein Eisengerüst, auf das zunächst Planken gelegt werden müssen. Kurz vor der Abfahrt werden diese Planken wieder entfernt und so gelagert, dass Wind und Wetter ihnen nichts anhaben können. Den Abbau habe ich gefilmt:
Der Aufenthalt in der BBQ-Bucht dauerte bis 16 Uhr und wir wurden hier mit wirklich sehr leckeren Makrelen, gebraten auf einem 2m langen, mit Holz betriebenem Grill, verwöhnt. Dazu gab es einen ungewöhnlich schmackhaften Kartoffelsalat und natürlich griechischen Salat mit extra gereichtem Tsaziki und Feta. Den griechischen Salat hat Andreas selbst vor Ort geschnippelt. Nach dem Essen konnten wir zwischen Ouzo und Orangensaft wählen und ganz zum Schluss gab's einen kleinen Becher "Kaffee mit Cognac", Andreas Frau pries ihn als "sexy Café" an - sehr lecker! Ach ja, alles übrigens auf Planken, die zweckmäßig auf alte Stühle genagelt waren. Einfach, aber wirkungsvoll!
Um 16 Uhr, nach über 3½ Stunden Aufenthalt in der Bucht, war's dann auch genug und zumindest ich war ganz froh, dass wir wieder an Bord konnten.
Ein weiterer Zwischenstopp in einer kleinen Bucht wurde nur gemacht, um den Gästen einen Sprung vom Schiff in die Ägäis zu ermöglichen. Tolle Idee!
Um knapp halb 6pm holte uns der Shuttlebus am Hafen wieder ab und wir freuen uns jetzt mit immer noch leichtem Salzgeschmack im Mund auf das Abendessen im Hotel.
Samstag, 12. Oktober 2019
Unterirdischer Gang in die Geschichte
Samstag, 12. Oktober 2019
Während unseres "typisch griechischen" Frühstücks haben wir uns überlegt, noch einmal nach Samos Stadt zu fahren, Nikola brauchte noch ein paar Mitbringsel.
Jimnys Verdeck runter und dann ab durch die Sonne.
Nach den Besorgungen wollte ich dann doch etwas genauer wissen, wieso ein Boot der deutschen Küstenwache in Samos im Hafen liegt.
Zunächst sah das Boot unbemannt aus, aber nach einer Weile ließen sich zwei Männer in Polizeikleidung an Bord blicken. Ich habe sie einfach angesprochen, woraus sich ein sehr nettes Gespräch entwickelte, in dessen Verlauf uns einer der Polizisten erklärte, was sie hier tun. Sie sind im Rahmen der "Europäischen Grenz- und Küstenwache, Frontex" nach Griechenland abgeordnet und helfen, die Grenze zur Türkei zu sichern, was mehr schlecht als recht gelingt. Auch dieser Polizist bestätigte, dass täglich neue Flüchtlinge aus Afrika über die Türkei kommen, die zwischen 600 und 1000 Euro an Schleuserbanden bezahlen, damit sie griechischen Boden erreichen. Ich frage mich, woher die "armen Menschen", denen es zu Hause so schlecht geht, soviel Geld haben! Er wusste auch zu berichten, dass die im Elend des Camps lebenden sich selbst beim Geldabheben fotografieren und diese Bilder dann in die Heimat schicken, quasi mit der Botschaft "Guck, hier kann man das Geld aus der Wand holen und muss nicht mal was dafür tun". Kein Wunder, dass alle nach Europa wollen... 😡
Auf den Weg zum Parkplatz haben wir noch zwei Snacks gekauft. Als ich wissen wollte, was da drauf ist, sagte die Dame hinter der Theke ein Wort, das sich irgendwie nach "Schinken" anhörte. Wir konnten es nicht verstehen, haben dann aber geschlussfolgert, dass sie wohl "chicken" meinen musste und dass man das hier vermutlich "tzikken" (mit leichtem Anflug von britischem "th") schreibt. ☺
Unser weiterer Weg führte uns wieder nach Pithagorio, genauer zu dem Tunnel des Eupalinos.
Dieses faszinierende Bauwerk ist vor 2600 Jahren gegraben worden, um die Stadt Samos (so hieß Pithagorio damals, die heutige Stadt Samos gab es in der Form noch nicht) mit Wasser versorgen zu können. Es ist unglaublich, dass die Menschen vor so langer Zeit eine solche Meisterleistung vollbringen konnten. Ich möchte nicht wissen, wie viele Menschen während der geschätzt 10jährigen Bauzeit ihr Leben verloren haben. Wir haben einen begleiteten Gang durch die ersten 485m des Tunnels gemacht. Führung wäre zuviel gesagt, weil der Guide Erklärungen nur auf Nachfrage gab und auch längst nicht alles wusste. Es war aber trotzdem hoch eindrucksvoll und hat sich auf jeden Fall, auch wenn es mit 16€ nicht ganz billig war, gelohnt. Die Sicherheitshelme waren übrigens mehr als nötig. Einen Großteil der Strecke musste man gebückt gehen und ich weiß nicht, wie oft ich mit dem Helm an der Decke angestoßen bin. Teilweise sehr zur Belustigung meiner mich liebenden Frau. Har.
Auf dem Rückweg von Pithagorio haben wir zwei Fotostopps eingelegt. Einmal bei einem der vermutlich ältesten Autowracks, die hier zu hunderten einfach so in der Landschaft an den unmöglichsten Stellen abgestellt werden und dann an der Stelle, an der es Ende August wohl am heftigsten gebrannt haben muss.
Nach der Ankunft im Hotel haben wir die Sachen im Zimmer verstaut, uns die Badeschuhe geschnappt und sind zum Strand gegangen. Dort lässt es sich Nikola zur Stunde immer noch gut gehen, während ich mich bei einem griechischen Bier an die Strandbar zum Blogschreiben zurückgezogen habe.
Apropos Strand ... hier kann man sehr gut sehen, wie weit es bis zu dem Land ist, das ich sehr gerne einmal sehen würde, in das ich aber niemals einen Fuß setzen werde, solange dort keine echte Demokratie Einzug gehalten hat.
Abonnieren
Posts (Atom)






























































